Hintergrund

Interdisziplinäre Wahrnehmungsforschung

Überblick

Frühere Arbeiten zu Alterungszeichen, 3D-Erfassung und bildbasierter Beurteilung von Ähnlichkeit und Differenz führen zu Fragen nach Wahrnehmung, Entscheidung und Sicherheit visueller Urteile.

Im Vordergrund steht, wie sichtbare Merkmale wahrgenommen, gewichtet und für visuelle Urteile genutzt werden.

Von Merkmalen zu Urteilen

Sichtbare Personenmerkmale werden erst dann aussagekräftig, wenn sie unter konkreten Bildbedingungen erkennbar sind und von Beobachtenden genutzt werden. Ein Merkmal muss zudem zu einer stabilen Beurteilung beitragen.

Aus der morphologischen Beschreibung wird damit eine psychologische Frage: Wie wird aus sichtbarer Information ein Urteil über Alter, Ähnlichkeit oder Übereinstimmung zwischen Personenabbildungen?

Sichtbare Alterungszeichen

Frühere Arbeiten zu 3D-Daten von Kopf und Gesicht befassten sich mit sichtbaren Alterungszeichen, insbesondere Falten-, Furchen- und Linienstrukturen. Diese Materialbasis bleibt wichtig, weil Alterungszeichen zwar sichtbar sind, aber nicht automatisch eindeutige Altershinweise darstellen.

Daran zeigt sich die Frage: Welche Strukturen fallen Beobachtenden auf, welche werden gewichtet, und wann entsteht daraus ein konsensfähiges oder unsicheres Altersurteil?

Gesichter als Modell visueller Beurteilung

Gesichter liefern viele Hinweise gleichzeitig. Sie enthalten Form, Kontur, Hautstruktur, Ausdruck, Haarmerkmale, Bildinformation und Kontext. Diese Gleichzeitigkeit rückt die Auswahl und Gewichtung sichtbarer Information in den Mittelpunkt.

Altersurteil, Ähnlichkeitsurteil und Gleich-/Verschieden-Entscheidung sind deshalb verwandte Formen visueller Beurteilung. Sie unterscheiden sich in der Aufgabe, beruhen aber auf demselben Grundproblem: sichtbare Information muss in eine begrenzte Entscheidung übersetzt werden.

Untersuchungsbereiche